Direkt zum Inhalt

Gap Year: Tipps für deine Auszeit nach dem Studium

  • 11.03.2021

  • Category: Gehalt

Gap Year nach dem Studium? Moment mal. War das nicht eine Idee für Abiturienten, die noch grün hinter den Ohren ihre obligatorischen Backpacks schnüren und sich auf nach Down Under machen? Geht es beim Gap Year nicht eigentlich darum, vor dem Studium zu reisen, um sich schließlich bei einem Schlüsselmoment am Lagerfeuer für den richtigen Studiengang zu entscheiden? Das berühmte Jahr der Lücke, was traditionsbewussten Eltern den Schweiß auf die Stirn treibt, kann nicht nur vor dem Studium angetreten werden. Sondern auch danach. Und überhaupt: Wer bestimmt, wann du dein Gap Year zur Realität machst?

lachender junger Mann in der Natur, der direkt in die Kamera schaut

Tatsächlich ist eine Auszeit nach dem Studium gar nicht so dämlich, wie dir die meisten Karriereberater eintrichtern. Im Gegenteil. Es gibt sehr viele gute Gründe dafür, mit dem Zeugnis in der Tasche Abstand von dem ganzen Zirkus zu nehmen. Egal, ob du arbeiten und reisen, lediglich reisen oder einfach mal ins Ausland willst: Die Idee eines Gap Years auch nach dem Studium ist tatsächlich realisierbar. Jetzt geht es nur darum, welche Art von Gap Year für dich als Hochschulabsolvent geeignet ist.

Welche Gründe sprechen genau für eine Pause nach dem Studium, in der du reisen und arbeiten oder sogar eine neue Sprache lernen kannst? Gibt es Möglichkeiten, die vielleicht sogar passgenau zu deinem Abschluss sind? Wie bereitest du das Projekt Gap Year so vor, dass weder finanzielle noch zeitliche Engpässe auftreten? Das alles sind Fragen, die du vor der Entscheidung zum Gap Year nach dem Studium beantworten solltest. Hier findest du die ersten Tipps dazu.

Gap Year nach dem Studium: 5 gute Gründe für eine Auszeit

Dir schwebt vielleicht schon die ideale Vorstellung von einem Gap Year vor. Mit einem Van am Strand von Australien nächtigen, auf Bali tauchen gehen oder mit dem Fahrrad durch Nordamerika? Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Aber wie genau bringt dich das Ganze weiter? Die folgenden fünf Gründe geben dir Antwort auf diese Frage.

  1. Ausloten von Möglichkeiten in deinem Berufsfeld. Während eines Studiums geht es meistens um die fachlichen Inhalte. Die konkreten Möglichkeiten, das dann auch im Beruf einzusetzen, bleiben auf der Strecke. Während eines Gap Years kannst du ganz in Ruhe herausfinden, welches Einsatzgebiet dir am meisten zusagt.
  2. Persönliche Weiterentwicklung. Der Erfolg im Beruf hängt vorrangig von der emotionalen Intelligenz ab. Dabei geht es darum, Probleme zu bewältigen, im Team zu arbeiten und kommunikative Stärke zu zeigen. Das lernst du an keiner Uni, dafür aber in einem Gap Year im Ausland, bei dem du dich selber durchschlagen musst.
  3. Die verdiente Pause. Mit 18 an die Uni, in den frühen Zwanzigern in den Job und dann bis zur Rente arbeiten? Ein Gap Year hilft dir dabei, aus dem Hamsterrad auszubrechen und einmal tief Luft zu holen. Danach kannst du weitersprinten.
  4. Reisen und arbeiten – mit einem Abschluss in der Tasche! Ein Gap Year nach dem Studium ist eine besonders gute Idee, weil du beim Arbeiten und Reisen einen höheren Verdienst einkalkulieren kannst. Durch deine fachliche Ausbildung sammelst du so nicht nur Punkte auf dem Lebenslauf, sondern auch Kröten für deine Reisekasse.
  5. Kreative Auszeit. Mit einem Abschluss in der Tasche direkt Bewerbungen zu verfassen, ist die Regel. Warum bist du nicht die Ausnahme? Start-Ups, digitale Unternehmen und Geschäftsideen können nur entstehen, wenn du auch die Zeit dafür hast!

Diese fünf Gründe sind am besten dafür geeignet, Eltern, Verwandte und skeptische Freunde von deiner Idee eines Gap Years zu überzeugen. Aber auch dich selber, falls du noch auf den gepackten Koffern sitzt und unschlüssig dein Flugticket betrachtest. Auf geht’s!

Möglichkeiten für ein Gap Year: Wohin zieht es dich?

Studieren ist Vergangenheit, du willst dich für ein Gap Year auf ins Ausland machen. Aber wohin genau? Und wie stellst du das an mit der Sprache? Die folgenden fünf Möglichkeiten sind oft gewählte Modelle von Absolventen, die nach dem Studium eine Pause einlegen wollen.

#1 Arbeiten und reisen – Heute hier und morgen dort

Das klassische Work & Travel bekommt mit einem Universitätsabschluss in der Tasche eine neue Qualität. Anstatt auf Plantagen im Ausland Äpfel zu pflücken oder in Cafés auszuhelfen, kannst du wochenweise in Unternehmen als Fachkraft einsteigen und mit einem dicken Sparschwein weiterreisen. Bei diesem Modell zählt allerdings die gute Vorbereitung. Du solltest Stellenanzeigen bereits im Vorhinein studieren, um einen möglichst soliden Reiseplan nach dem Studium zu erstellen.

#2 Freiwillige soziale Einsätze

Als ehemaliger Studierender hast du Fachkenntnisse, die in NGOs oder anderen sozialen Organisationen immer wieder gesucht werden. Hiermit kannst du dich auf einen freiwilligen einjährigen Einsatz bewerben. So kommst du auch ins Ausland, allerdings an Orte, die du als Tourist sonst eher selten siehst. Eine solche Auszeit kann sehr prägend für deine weitere berufliche Laufbahn sein.

#3 Internationale Praktika

Bereits als Studierender musstest du Praktika ableisten, was bringt es dir, das nach dem Studienabschluss zu wiederholen? Gerade Praktika im Ausland haben den Vorteil einer guten Bezahlung und gleichzeitig einer hervorragenden Reputation. Außerdem hilft der Einsatz in Unternehmen dabei, eine Sprache zu erlernen, die du vorher vielleicht eher mittelmäßig beherrscht hast. Meistens lassen sich Praktika im Ausland auch mit einer anschließenden Auszeit verbinden. So kannst du voller neuer Erfahrungen und erholt ins Berufsleben starten.

#4 Gap Year 2.0 – Digitale Nomaden

Wenn du nach dem Studium arbeiten willst, aber gleichzeitig auch das Fernweh eine Rolle spielt, dann könnte ein ortsunabhängiger Job eine passende Möglichkeit für dich sein. Bei diesem Modell arbeitest du im Ausland rein über Wifi, entweder selbständig oder auch fest angestellt. Diese Idee ist auch für einen längeren Aufenthalt im Ausland geeignet. Allerdings verbringst du als digitaler Nomade ungefähr dieselbe Zeit am Schreibtisch, wie beim Studieren.

#5 Gap Year in Deutschland

Du hast vom Arbeitspensum beim Studieren die Nase voll, willst aber auch nicht unbedingt bis ans Ende der Welt reisen? Auch in deinem Heimatland warten viele Möglichkeiten für ein Gap Year auf dich. Statt einen Marathon im Bewerbungen verfassen zu beginnen, kannst du auch einfach einen Teilzeitjob annehmen und in Ruhe planen, wie es für dich weitergeht. Vielleicht steht doch noch eine Reise ins Ausland an, vielleicht kommt aber auch der perfekte Job um die Ecke? So oder so: Die Auszeit hast du dir verdient.

Gap Year vorbereiten – So wird es ein Erfolg

Der wichtigste Tipp für dein Gap Year nach dem Studium ist einfach. Bereite es vor! Beim Studieren ist jahrelang wenig Eigeninitiative gefragt und gerade kurz vor dem Abschluss fehlt dir einfach die Zeit für gründliche Recherchen. Deswegen ist es umso wichtiger, etwas Zeit einzuplanen, bevor du dich auf neue Abenteuer stürzt. Mit ein paar Wochen Vorbereitung wird ein Gap Year zu einer Erfahrung, die dir im gesamten weiteren Berufsleben hilft.