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Zielvereinbarungsgespräche: Darum sind sie wichtig

  • 08.03.2021

  • Category: Jobsuche

Stell dir vor, du gehst mit einer Gruppe Freunden zusammen wandern. Kaum angekommen, möchte der eine Richtung Westen spazieren, während der andere den Weg nach Norden viel besser findet. Du dagegen wärst ohnehin heute Morgen gerne einfach im Bett geblieben. Was rauskommt, kannst du dir denken: Das große Chaos. Genauso ist es im Job. Ohne festgesteckte Ziele ist es schwer, die Arbeit produktiv und effizient zu gestalten. Aus diesem Grund gibt es Zielvereinbarungsgespräche, die dich und deinen Vorgesetzen auf eine Linie bringen. Aber was wird da eigentlich genau besprochen?

Eine Dartscheibe mit Dartpfeilen, die teilweise knapp auf der Scheibe, teilweise knapp daneben gelandet sind

Innerhalb der letzten zwei Dekaden haben sich Führungsstile innerhalb von Unternehmen immer mehr verändert. Statt einer zentralisierten und hierarchischen Führungsstruktur hast du als Mitarbeiter mehr Mitspracherecht und darfst im engen Austausch mit deinem Arbeitgeber gemeinsam Ziele entwickeln. Durch die ständige Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem durch regelmäßige Zielvereinbarungsgespräche wird außerdem Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung gefördert. Hier erfährst du, worauf du bei dieser Maßnahme achten musst, damit die positiven Effekte nicht nur reine Theorie bleiben.

Welche Vorteile haben solche Zielvereinbarungsgespräche überhaupt im realen Arbeitsalltag? Kannst du dich auf diesen Termin eingehend vorbereiten? Welche Punkte sind dabei besonders wichtig? Wie gehst du vor, wenn dein Vorgesetzter beim Zielvereinbarungsgespräch nicht sachlich bleibt? Und wie bringst du auch persönliche Ziel mit in den Termin, um deinen Job langfristig motiviert auszuüben? Rund um diese Fragen findest du hier Antworten. So kann das nächste Zielvereinbarungsgespräch kommen.

Zielvereinbarungsgespräche im Job: 5 Vorteile

Klarheit über gemeinsame Ziele im Job ist eine Grundvoraussetzung für ein gutes Arbeitsverhältnis zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber. Über diese Grundlage hinaus gibt es aber noch weitere positive Folgen von korrekt geführten Zielvereinbarungsgesprächen:

  1. Klarheit über den Verantwortungsbereich. Abgesteckte Aufgabenbereiche sind wichtig für die reibungslose Zusammenarbeit im Job. Genau das wird bei einem Zielvereinbarungsgespräch beleuchtet.
  2. Aufdecken von Schwachstellen. Was könnte hinderlich sein, um bestimmte Ziele zu erreichen? Der Ablauf eines guten Zielvereinbarungsgespräches deckt auch diesen, manchmal unangenehmen Punkt, ab.
  3. Gemeinsame Zielorientierung. Als Mitarbeiter kommst du mit deinem Arbeitgeber über Ziele ins Gespräch und bringst so deine Sichtweise aus dem Arbeitsalltag mit. Das ist wichtig, damit Arbeitsabläufe realisierbar gestaltet werden.
  4. Bessere Kommunikation. Indem dein Vorgesetzter über deine Aufgaben, Erfolge, persönliche Ziele und vielleicht auch Misserfolge Bescheid weiß, kannst du individueller gefördert werden.
  5. Gesteigerte Identifikation. Mitspracherecht der Mitarbeiter gehört zu einem modernen Arbeitsverständnis. Bei Zielvereinbarungsgesprächen wird dir dieses Vorrecht eingeräumt.

Auch wenn diese Punkte sich in der Theorie schwierig anhören: Professionell durchgeführte Zielvereinbarungsgespräche haben das Potenzial, deinen Job nachhaltig zu verbessern.

Vorbereitung Zielvereinbarungsgespräch: Die perfekte Vorbereitung

Du weißt jetzt, warum Zielvereinbarungsgespräche eine große Chance für deine Karriere darstellen. Deswegen solltest du die Zeit nutzen und den nächsten Termin gründlich vorbereiten. Nutze dafür die folgenden Punkte als groben Ablauf:

  • Auflistung der letzten Projekte. Woran hast du in letzter Zeit gearbeitet? Was ist aktuell abgeschlossen, bedarf noch Überarbeitung oder ist noch offen?
  • Grobe Übersicht deines Aufgabengebietes. Was sind deine Aufgabenschwerpunkte, wie sieht ein normaler Ablauf deines Arbeitsalltags aus?
  • Notizen zu Erfolgen und Misserfolgen der letzten sechs Monate. Um hierzu Unterlagen zu sammeln, arbeitest du am besten mit deinen Kollegen zusammen.
  • Persönliche Ziele. Was ist dir im Arbeitsalltag aufgefallen? Wo strebst du nach einer Veränderung? Wünschst du dir mehr Unterstützung durch den Arbeitgeber?
  • Langfristige Karriereplanung. Gibt es persönliche Ziele wie eine Fortbildung? Welche Ziele für deine Karriere kannst du mit deinem Arbeitgeber besprechen?

Indem du dir Notizen zu den einzelnen Punkten machst, bekommst du nach und nach ein gutes Gerüst für das Zielvereinbarungsgespräch, mit dem du arbeiten kannst. So werden aus vagen Eindrücken handfeste Argumente.

Umgang mit den Vorgesetzen: Tipps und Tricks

Auch wenn ein Zielvereinbarungsgespräch viele positive Seiten mit sich bringt: Trotzdem gehst du oft mit einem flauen Gefühl im Magen in den Termin. Als Mitarbeiter ist es nicht immer einfach, persönliche Ziele und Interessen zu vertreten, gerade wenn dein Vorgesetzter vielleicht autoritär auftritt. Die folgenden drei Tipps helfen dir dabei, trotzdem zu deiner Meinung zu stehen und positiv zu bleiben.

#1 Das Sandwich-Prinzip

Im Ablauf eines Zielvereinbarungsgespräches ist an irgendeinem Punkt Kritik unvermeidlich, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Achte darauf, die Kritik wie ein Sandwich in zwei positive Anmerkungen zu verpacken. So milderst du den Effekt ab und gehst sicher, dass das Gespräch sachlich bleibt.

#2 Fokus

Beim Ablauf eines Zielvereinbarungsgespräches sollte es vorrangig um gemeinsame Vorhaben gehen. Dabei ist es einfach, vom hundertsten ins Tausenste zu kommen, bis du irgendwann völlig überrascht in einer Gehaltsverhandlung landest. Und überhaupt: Über die Arbeitszeiten wolltest du doch auch schon längst verhandelt haben! Auch wenn diese Punkte wichtig sind: Dafür ist nicht das Zielvereinbarungsgespräch da.

#3 Argumentationskette

Als Mitarbeiter musst du davon ausgehen, dass dein Vorgesetzter persönlichen Zielen nicht unbedingt genauso wohlwollend entgegensteht, wie du selbst. Korrekte Überzeugungsarbeit baut daher vor allem auf einem auf: Gute Argumente. Dein Gegenüber sollte deine persönlichen Ziele nicht nur nachvollziehen können, sondern auch selbst einen Nutzen daraus ziehen.

Persönliche Ziele formulieren: So gelingt es dir

Das beste Zielvereinbarungsgespräch bleibt ohne Konsequenzen, wenn die besprochenen Ziele nicht in die Tat umgesetzt werden. Damit das gelingt, ist es wichtig im Ablauf smarte Ziele zu definieren. Dabei geht es um bestimmte Kriterien, auf die du als Mitarbeiter und dein Vorgesetzter die Ziele überprüfen könnt. So ist nicht nur das Zielvereinbarungsgespräch effektiv, sondern auch das Zielerreichungsgespräch wird effizient vorbereitet.

S – Spezifische Ziele. Hierbei geht es darum, konkret zu beschreiben, auf welche Aufgabe, welches Projekt und welche Mitarbeiter es geht. Du solltest mit einer klaren Vorstellung deiner neuen To Do Liste aus dem Gespräch gehen können.

M – Messbare Ziele. Lassen sich die Vereinbarungen überprüfen? Und wie? Nur mit diesem Merkmal können positive Entwicklungen sichtbar gemacht werden.

A – Akzeptierte Ziele. Sowohl dein Vorgesetzter als auch du als Mitarbeiter solltet hinter den vereinbarten Zielen stehen. Deswegen lohnt sich an dieser Stelle eine längere Verhandlung.

R – Realistische Ziele. Gerade zu Anfang ist dieses Merkmal häufig schwer zu erreichen. Mit mehr Erfahrung dagegen wird die Einschätzung immer besser.

T – Terminierte Ziele. Zu jedem Ziel sollte es einen genau definierten Erfüllungszeitpunkt geben. Im Zielerreichungsgespräch kann damit überprüft werden, inwieweit das Ziel eingehalten wurde.